
Kronen Zeitung
FÜR ALLE KICKER-HELDEN
Alaba, Arnautovic und Herzog schrieben Kinder-Buch
Sie toben, lachen, raufen und kicken: In ihrem ersten Kinderbuch erzählen die Kicker-Helden David Alaba und Marko Arnautovic gemeinsam mit ihrem Ex-Trainer Andi Herzog, wie aus Kinderträumen eine Weltkarriere wurde.
Es kracht gewaltig im Hinterhof der Schönbrunner Allee. Ein Schuss wie ein Pistolenschlag. Ein Fußball knallt mit voller Wucht gegen ein Garagentor, prallt ab und zerschmettert eine Fensterscheibe. Oje! Glassplitter fliegen und davor steht der kleine Marko, frech, wild und nicht ganz unschuldig. Einer, der lieber draufhaut, als nachzudenken. Dieses Mal hat er es leider übertrieben, die Scheibe gehört ausgerechnet dem grantigen Herrn Dokupil.
Und der ist kein Freund von Missgeschicken. Dass dieser eine Schuss alles verändert, ahnt da noch niemand. Denn Dokupil ist kein gewöhnlicher Grantler. Er ist ein ehemaliger Trainer, der mit dem Fußball eigentlich schon abgeschlossen hatte. Seit einer bitteren Niederlage von Rapid gegen Paris hat sich der ältere Herr zurückgezogen. Müde, enttäuscht und fertig mit dem Kapitel Fußball.
Bis plötzlich Kinder vor seiner Tür stehen. Marko, Marie und wenig später eine ganze Truppe aus seinem Grätzel. Wie durch ein Wunder lebt der mürrische Trainer wieder auf – und mit ihm der Traum von einem starken Team.
Echte Trainerlegenden als tolle Vorbilder
Herr Dokupil ist freilich nicht irgendwer. Dokupil ist eine Mischung aus Ernst Happel, dem legendären österreichischen Trainer, der Spieler wie Andreas Herzog trainierte, und dem echten Ernst Dokupil, einst Trainer der Rapid-Mannschaft, die das Europacupfinale erreichte. „Beide bleiben unvergessen“, sagt Herzog, der noch heute gerne an seine früheren Mentoren zurückdenkt. Die vielen Erinnerungen an seine aktive Zeit als Kicker hat der heute 57-jährige Wiener jetzt in einem Kinderbuch festgehalten.
Das „Tagebuch des Zauberers“, niedergeschrieben von seinem langjährigen Weggefährten Claus-Peter Niem, Journalist und Persönlichkeitscoach. Im Zentrum der Geschichte stehen Marko und David, 13 Jahre alte Jungs, die mehr wollen als nur ein bisschen kicken. Und Andi Herzog ist im Buch ihr Trainer, so wie früher mal im echten Leben.
Zwischen Gemeindebau und Käfigplatz beschreibt Herzog eine Mannschaft, die eher nach Chaos klingt als nach Taktik: der sensible Helmut im Tor, Marie mit Mut für drei, Marko als ungestümer Straßenstürmer und David, ruhig, technisch brillant, fast schon erschreckend klug am Ball.
Das echte Tagebuch des jungen Andi Herzog
Dazwischen die beiden Trainer, die gegensätzlicher kaum sein könnten: der grantige Dokupil und Andreas Herzog, der Sätze raushaut, die in jede Fußballkabine gehören: „Stärken, stärken“, „Nicht diskutieren, spielen“, „Gemma, sonst spielt der Ball ohne euch“. Und dann liefert das Buch noch etwas Besonderes: das echte Tagebuch des jungen Andi Herzog. Darin stehen keine Taktiklektionen, sondern Fußballwahrheiten.
„Ich habe mich daran schon als Kind gehalten, diese Tricks funktionieren“, sagt Herzog. Beispiel: Wenn kein Training ist, einfach zu Hause weiterkicken. „Die Kinder können Stühle nehmen statt Hütchen, der Küchentisch ist der Gegner und der Gang wird zur Seitenlinie. Lasst euren Kindern den nötigen Freiraum“, so der zweifache Papa.
Also: Dribbeln durch die Wohnung, bis der Teppich zum Käfig wird. Besonders deutlich wird das im Buch vor einem wichtigen Spiel der Kinder. Eigentlich ist die Stimmung da schon am Boden: Ein Spieler fällt aus, das Team wirkt ratlos, dann kommt David. Die Reaktion ist alles andere als Begeisterung. Zu dünn, zu ruhig, zu unscheinbar ist der David. „Das ist ja ein Henderl“, lacht einer. Doch dann beginnt „das Henderl“ zu spielen. Und plötzlich kippt alles. David ist schnell, stark und unglaublich geschickt.
Und genau diese Mischung macht alles anders. Marko und David spielen nicht nebeneinander, sondern als starke Einheit. Tore entstehen im Minutentakt, nicht weil einer glänzt, sondern weil sich beide ergänzen. Es ist eine dieser Buchstellen, die zeigt: Fußball ist selten Einzelleistung, sondern Zusammenspiel. Zwischendurch tauchen immer wieder die Tagebuchseiten des jungen Andi Herzog auf.
Vom „Holzgschnitzten“ bis zum „Panenka“
Kleine Notizen, fast wie Gedankenfetzen. Er schreibt, wie er im Hof Schüsse übt, wie er sich vorstellt, gegen große Torhüter zu treffen, wie er nachts im Bett Spielsituationen durchspielt. Besonders liebevoll ist das „Österreichische Fußball-Lexikon“ am Ende. Dort werden Begriffe aus der echten Fußballsprache erklärt, vom „Wadlbeißer“ bis zum „Panenka“, vom „Gurkerl“ bis zum „Holzgschnitzten“.
Wörter, die jeder kennt, der schon einmal auf dem Rasen gestanden ist. Am Ende bleibt das Buch kein Märchen vom perfekten Talent, sondern eine Geschichte über Entwicklung, über Fehler und Freundschaft. Und über diesen einen Satz: „Folgt eurem Herzen und glaubt an euch!“ Diese Botschaft möchte Andi Herzog seinen ehemaligen Schülern auch für die WM mitgeben. „Meine Jungs sind zwei Lauser. Sie sind großartig und können alles schaffen.“ Daran gibt es keinen Zweifel, wie schon der kleine Marko im Buch weiß: „David, eines Tages fahren wir zur WM.“
Mehr zu diesem Beitrag gibt es auch auf krone.at
Weitere News
Elf der Runde
Aktuelle Votings & Ergebnisse

USC Kirchberg/Altenwörth Reserve2167552
Hollenburg Res2137473
USV Atzenbrugg/Heiligeneich Res2130474
Droß Res228435
Rust Res2110356
Lengenfeld Res21-7357
Heldenberg Res21-2318
Mautern Res22-5269
Sitzenberg/Reidling Res22-272210
Spitz Res21-122011
Getzersdorf Res21-251812
Zellerndorf Res21-371213
Ruppersthal Res21-377

Bild: zVg
Bild: edition a








